Phase II - Ausrichtung von IWRM-Maßnahmen an der Wertschöpfung zur Sicherung der Nachhaltigkeit

Eine der fundamentalen Erkenntnisse aus der ersten Phase des Forschungsvorhabens ist, dass die Implementierung sowie die geforderte Nachhaltigkeit des Projekts nur durch die Schaffung geeigneter Strukturen vor Ort gewährleistet werden kann. Diese Strukturen müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Betrieb wassertechnischer Anlagen technisch und wasserrechtlich gewährleistet wird, was ökonomische Anreize und Finanzierungsgrundlagen erfordert, die die Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene sicherstellen. Nicht Wassermangel, sondern unzureichendes Management der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung ist oft die eigentliche Ursache für den eklatanten Wassermangel.

Das übergeordnete Forschungsziel von IWRM Phase II soll sein, die Wertschöpfung im Wassersektor zu erhöhen und nachhaltig zu sichern
. Der Fokus liegt auf den Aspekten Ökonomie / Finanzierung und Institutionen, um die Umsetzung wasserschützender Maßnahmen nach marktwirtschaftlichen Prinzipien zu ermöglichen ("incentive engineering").

Für die Maximierung der Wertschöpfung im Wassersektor werden zwei unterschiedliche Fragestellungen untersucht:

  • Wie kann die globale Wertschöpfungskette bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung so verändert werden, dass sowohl ein Mehrwert für den lokalen Wassersektor als auch ein Ansatz für Engagements von Industrieunternehmen entsteht?

  • Wie kann die Wassernutzung institutionell und ökonomisch rationalisiert werden - unter Berücksichtigung von Transaktionskosten im System - um die aggregierte Wertschöpfung zu erhöhen?


Die Umsetzung der herausgearbeiteten Empfehlungen soll durch flankierende Maßnahmen zum lokalen capacity development unterstützt werden, das heißt Schulungs-, Fortbildungs- und Trainingsmaßnahmen, die durch kontinuierliche Verbesserung des vorhandenen Wissens zu mehr Partizipation und "ownership" der lokalen Akteure führen und zur Nachhaltigkeit der geplanten IWRM-Maßnahmen beitragen.

Eine Voraussetzung für die Umsetzung der Projektergebnisse sind durchsetzungsfähige Institutionen. Ziel ist es daher auch, die institutionellen Rahmenbedingungen zu untersuchen und herauszuarbeiten, wie sich die bestehenden Institutionen entwickeln müssten, um die Projektergebnisse optimal anwenden zu können.
Die Entwicklung eines auf dem Einzugsmodell des Mittleren Olifants basierenden interaktiven pädagogischen Bildungsspiels (water game) soll der Bewusstseinsförderung für wasserwirtschaftliche Hintergründe dienen.

Eine weitere Projektkomponente ist die tatsächliche praktische Nutzung des in Phase I erstellten IWRM-Modells. Das beinhaltet die Anpassung und Aktualisierung der drei einzelnen Module (WRM, WAM, WIM). Ziel ist eine anwendungsreife, nutzerfreundliche Anwendung. Zur Verbesserung der verfügbaren Datengrundlage soll ein dezentral einsetzbares Online-Mess- und Datenübertragungssystem entwickelt werden.
 
Die grenzüberschreitende Verbreitung der Projektergebnisse ist unter dem Aspekt von Politik- und Praxisrelevanz der gewonnenen Erkenntnisse und zur kritischen Beleuchtung der Ergebnisse im interregionalen Vergleich wichtiger Bestandteil der Phase II des IWRM-Projekts in Südafrika.